Stiftshütte

In einem Raum der Stille haben wir den inneren Teil der Stifthütte eingerichtet. Hier ist es ständig möglich, für sich allein vor Gott zu sein. Farben und Gegenstände sind eine Hilfe, das Herz unseres himmlischen Vaters besser zu verstehen und in seiner Nähe Erneuerung, Ermutigung und Ausrichtung zu bekommen.

Folgendes ist vorhanden:

Schaubrot Tisch

Sorglosigkeit, Heiligkeit und Gottesschau
Die Brote auf dem Tisch heissen Brote des Angesichts (2.Mo 25,30).

Hier schauen wir Sein Angesicht, sehen wir mit unseren Herzen in die Augen des liebenden Vaters im Himmel, dem alle Güter und alles Geld dieser Welt letztlich gehören. Wir erfahren, dass er davon dem gibt, wem er will und wann er will. Das macht uns frei, wirklich frei, nämlich frei von allen Existenzängsten unseres Lebens. Hier entdecken wir die Freude der Kinder, die täglich alles von ihrem lieben Vater erwarten und erhalten, was sie zum Leben brauchen.

Hier erfahren wir auch, dass wir ursprünglich in seinem Bild und Angesicht geschaffen wurden (1.Mo 1,26-28), dass wir mit unserm Gott von Angesicht zu Angesicht leben dürfen und dass er sein Angesicht so gerne über uns leuchten lässt (4.Mo 6,25f.). Hier schauen wir auch, dass der Sohn Gottes selber dieses Brot des Lebens ist, in dem wir die Fülle haben, welche allen Hunger stillt in Ewigkeit (Joh 6,50-58; Mt 26,26).

Der goldene Leuchter

Im Süden der Stiftshütte, wo die Sonne scheint, steht der goldene Leuchter, die Menora (von Leuchte, Ps 119,105).

Sie ist aus 35kg reinem Gold gemacht (2.Mo 25,39), und zwar getrieben, aus einem Stück, also nicht aneinander gebrachte einzelne Teile (V.31). Sie ist das Bild für reine, geläuterte, von Gott gewirkte Einheit. So ist sie auch aufgebaut: Sechs Arme hängen an dem einen Mittelschaft, gehen aus von diesem (V.32).

Sechs ist die Zahl für den Menschen, eins die Nummer für den Einen, für Gott selber. Wir sehen in dem wunderbaren Leuchter vor uns ein gewaltiges Gleichnis dafür, dass die Menschen des Herrn von ihrem Gott ausgehen, an ihm hangen, dass er ihre Mitte ist, an dem sie alle hangen in der wunderbaren Einheit, die er gibt.
Die Rabbiner verstehen die Menora als Bild für den Heiligen Geist: Es soll nicht durch Heer oder Kraft geschehen, sondern durch meinen Geist. (Sach 4,6)

Der goldene Altar

Anbetung in Geist und Wahrheit

Hier wurden täglich die Rauchopfer gebracht (2.Mo 30,7f./34-38). In ihnen steigen unsere Gebete auf zum Thron des himmlischen Vaters (Offb 5,8). Räuchern bedeutet Hingabe an Gott, Aufgabe des Eigenen und totales Einswerden mit dem gnädigen Herrn. Rauchopfer bedeutet, sich selber zu ihm erheben, meine Seele steigt hinauf zu ihm wie der Rauch zum Himmel steigt.

Hier treten wir in den Bereich des Hochheiligen ein (2.Mo 30,10). Dieser Altar ist hochheilig dem gnädigen Herrn. Wer hier anbetet, gehört dem gnädigen Herrn, hat seine Gegenwart betreten und erhebt seine Seele und sein ganzes Leben zu seinem Gott. Er gehört nicht mehr sich selber, betet auch nicht aus eigener Kraft an, spricht nicht selber erfundene Worte aus. Er betet an in den Worten, die der Geist selber auszusprechen gibt (1.Kor 14,2).

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten (Joh 4,24).

Der Gnadenthron

Dort will ich dir begegnen, und vom Gnadenthron aus, der auf der Lade mit dem Zeugnis ist, zwischen den beiden Cherubim, will ich mit dir alles reden. (2.Mo 25,22)

Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: Lieber Herr, lieber Herr, allmächtiger Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von grosser Gnade und Treue, der da Liebe bewahrt bis ins tausendste Geschlecht und vergibt Missetat, Rebellion und Sünde. (2.Mo 34,6-7a)

Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des gnädigen Herrn erfüllte die Wohnung. (2.Mo 40,34)